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Wie soll morgen sein?

 

Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist seit Corona über uns eingebrochen ist allgegenwärtig. Und auch erlebbar. Trotz Krisen ist die Wechselwilligkeit von Mitarbeitenden in Unternehmen gerade so hoch wie nie*. Einige wechseln nicht einfach nur den Arbeitgeber, sie machen etwas ganz anderes und/oder ändern ihre Art und Weise zu leben und zu arbeiten. Unternehmen sind also gut beraten, über New Work nachzudenken, um nicht wertvolle Mitarbeitende zu verlieren. Denn diese Personen fragen nicht “Was wird morgen sein?”, sondern beherzigen unsere Überschrift - nämlich indem sie nach dem “Wie” fragen. Sie lassen sich nicht von Problemen leiten und verfallen somit auch nicht in ein "Früher war alles besser”-Syndrom. Sondern: Sie gestalten sich ihr Leben. Wer den passenden Rahmen bietet gewinnt den Kampf um gute Leute. Denn: Jedes Unternehmen wünscht sich lösungsorientierte Teammitglieder. Diese haben verstärkt durch die Pandemie andere Ansprüche an Arbeitszeitmodellen, Arbeitsorten und Unternehmenskultur. 

 

Gestalten, statt hinnehmen 

 

Das Gute an der Zukunft ist, man kann sie selbst gestalten. Und ganz viele tun genau das. Raus aus der Tretmühle, weg von sinnbefreiten Aufgaben hin zu mehr Lebensqualität und dem Gefühl, Sinnvolleres zu leisten, weg vom cholerischen Chef, von den nörgelnden Kollegen. Lebenszeit ist kostbar. Für sich selbst aber auch für andere.  

 

Nach einer aktuellen Allensbach-Studie blicken lediglich 19 Prozent der Menschen hoffnungsvoll in die nähere Zukunft. Wir brauchen also mehr Personen, die gestalten wollen, sich befreien von der täglichen Flut schlechter Nachrichten. Sie wissen: Krisen wird es auch in Zukunft geben. Die entscheidende Frage ist: Wie gehen wir damit um? Hier können Unternehmen einen Rahmen schaffen, z. B., indem sie eine neue Kultur zulassen, die von Vertrauen, Werten und Wertschätzung geprägt ist. 

 

Was hilft uns, Sinn zu finden? 

 

“Verbundenheit mit anderen Menschen erscheint vielen als sinnstiftend. Die Isolation durch Corona hat im privaten wie im beruflichen Umfeld diese Sinnquelle versiegen lassen”, erklärt Karin Bacher. Und tatsächlich stellen wir im Team fest, seit wir uns wieder mit den Kollegen, Kunden und Geschäftspartnern live treffen, geht es uns besser – und den anderen auch. Vieles erscheint sinnvoller, wenn man Dinge ausdiskutiert und dabei die andere Person ganzheitlich erfassen kann: Stimme, Mimik, Gestik – kleinste Nuancen nehmen wir über Online-Meetings nicht wahr. Im Live-Meeting entsteht die für uns Menschen wichtige Verbundenheit.  

 

*Mehr Daten zum Thema Wechselwilligkeit von deutschen Arbeitnehmern in unserem “Schwesternewsletter” im Juni, hier zum Archiv.

 

Buchtipps zum Thema Sinn des Lebens: 

 

Christian Uhle, “Wozu das alles?” - eine philosophische Abhandlung über den Sinn des Lebens 

Tobias Horx, “Sinnmaximierung” - über New Work und wie Menschen darin Sinn finden

Starke Leader – Dienende Führer? 

 

Es gibt Teams, die irgendwie besser zu funktionieren scheinen als andere. Sie entwickeln mehr gute Ideen, erzielen bessere Ergebnisse, sind innovativer als andere. Woran das liegt? Einerseits natürlich an den Mitarbeitenden. Game-Changer, nennt Managementberaterin Anne Schüller die Menschen, die kreativ sind und aktiv versuchen, neue und bessere Wege zu finden und zu begehen.  
Aber auch die besten Game-Changer können nichts erreichen, wenn ihre Leistung von einer schlechten Führungskraft behindert wird. Führungskräfte unterscheidet Schüller deshalb in „starke“ und „schwache Leader“. 

 

Starke und schwache Leader 

  

Starke Leader sind die, die ihre Teams zum Erfolg führen. Sie tun das, indem sie ihren Mitarbeitenden genügend Freiraum lassen, um neue Ideen auszutesten und sogar dazu ermuntern, andere Wege als die bekannten zu beschreiten. Sie schätzen die Perspektiven ihrer Mitarbeiter und sind deshalb auch stehts offen für andere Meinungen und konstruktive Kritik. 

  

Schwache Leader sind das genaue Gegenteil. Sie geben strikte Regeln und Grenzen vor, die nicht überschritten werden dürfen. Sie sind der „Chef im Ring“ der nicht in Frage gestellt werden darf. Auf Feedback - mag es noch so richtig und konstruktiv sein, reagieren sie dementsprechend allergisch. Schüller führt dieses Verhalten der Leader auf einen Mangel an Selbstbewusstsein zurück.  
Sie befürchten von Mitarbeitern, die gute Ideen einbringen und Innovationen fördern in den Schatten gestellt zu werden und so Status und Ansehen unter ihren restlichen Mitarbeitern zu verlieren. Es geht also wie so oft um das Ego. 

  

Mangelndes Selbstbewusstsein muss aber nicht der einzige Grund für das Verhalten eines schlechten Leaders sein. Schließlich sind die meisten Führungskräfte ernsthaft bemüht, ihre Rolle gut auszufüllen. Schlechtes Leadership kann auch die sehr konsequente Umsetzung eines transaktionalen Führungsstils sein. 

  

Transaktionale Führung 

  

Dem transaktionalen Führungsstil liegt ein eher klassisches, in manchen Bereichen vielleicht auch etwas veraltetes Verständnis von Arbeit zugrunde. Arbeit wird als eine Tauschbeziehung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber verstanden. Der Arbeitnehmer stellt seine Arbeitszeit zur Verfügung und muss bestimmte Ziele erreichen. Dafür wird er vom Arbeitgeber mit Geld und eventuell Aufstiegsmöglichkeiten im Unternehmen entlohnt. 

 

Der transaktionale Führungsstil setzt keine intrinsische Motivation der Mitarbeiter voraus, geht also nicht davon aus, dass sie von sich aus motiviert sind, ihre Arbeit gut zu erledigen. Stattdessen wird mit extrinsischer, das heißt von außen kommender Motivation, zum Beispiel in Form von finanziellen Anreizen, gearbeitet. Die Führungskraft muss deshalb Regeln, zu erreichende Ziele und die Belohnung für die Zielerreichung klar definieren und die Mitarbeiter regelmäßig kontrollieren. 

  

Dieser Führungsstil hat durchaus einige Vorteile. Gerade die Menschen, die nicht zu den von Schüller benannten „Game Changern“ gehören, sind vielleicht oft froh um klare Regeln und Strukturen, die ihnen Sicherheit bieten. Sie wissen, woran sie sind und was von Ihnen erwartet wird.  

  

Transaktionale Führung hat aber eben auch die oben genannten Nachteile. Die festen Strukturen, die einigen helfen, sind für andere zu starr. Die Führungskraft, die Regeln und Ziele vorgibt, darf nicht in Frage gestellt werden, weil damit die Regeln und Ziele selbst in Frage gestellt werden. Neue, gute Ideen werden nicht gefördert, Innovationen gebremst, Räume für Verbesserungen bleiben ungenutzt. 

  

Aber wie sieht ein Führungsstil aus, der die Game-Changer unterstütz? 

  

Dienende Führung 

  

Das Prinzip der „servant leadership“ stammt ursprünglich aus den USA und wird wegen seines spirituellen Verständnisses von Identität, Mission, Vision und Umwelt 

oft als etwas esoterisch wahrgenommen. Das Konzept, wie es im deutschsprachigen Raum verwendet wird, gründet aber auf systemtheoretischen Ansätzen. Insofern stellt es die zwingenden hierarchischen Unterschiede zwischen Führungskraft und Mitarbeiter in Frage.  

Dienende Führung heißt aber nicht, dass die Führungskräfte es ihren Mitarbeitern immer recht machen müssen. „Dienen“ ist viel mehr als „ermöglichen“ zu verstehen. Die Aufgabe der Führungskraft ist es, mit den Mitarbeitern Ziele zu definiere und ihnen genau die Unterstützung zukommen zu lassen, die sie brauchen, um die gemeinsamen Ziele zu erreichen. Wie diese Unterstützung aussieht, kann dabei von Person zu Person unterschiedlich sein. Herausforderung für die Führungskraft ist es daher, die unterschiedlichen Bedürfnisse nach Struktur, Freiraum, Motivation usw. zu sehen und zu erfüllen. Das erfordert viel Empathie und Mut, aber auch eine vertrauensvolle Firmenkultur in der man Fehler, Wünsche, Sorgen und Bedürfnisse offen ansprechen kann.  

  

Ist das gegeben, ermöglicht die dienende Führung das Beste aus allen Welten. Die Game-Changer können ihrer Kreativität freien Lauf lassen, während die, die mehr Struktur brauchen, diese bekommen. 

 

Interesse, die Führungskultur bei Euch zu verändern, meldet Euch: team@mindful-business-life.de

„Slow-Urlaub“ auf dem Wasser

 

Reisen in ferne Länder sind gerade nicht so angesagt, nicht nur wegen der bei uns um sich greifenden Flugscham. Doch man muss ja nicht unbedingt Weltreisen unternehmen, um Schönes zu erleben. Ein Hausbooturlaub in Europa kann in Sachen Exotik-Faktor durchaus mithalten mit etwa einer Pauschalreise ins All-Inklusive-Resort sonst wo. 

  

Im Herzen Frankreichs liegt eines der schönsten Wasserreviere für einen Urlaub der besonderen Art. Auf dem längsten Fluss Frankreichs, der Loire, beziehungsweise den um sie herumschlängelnden Seitenkanälen, warten Erlebnisse der besonderen Art. Mit dem Boot nicht unter einer Brücke durch, sondern über eine Brücke fahren und der Fluss liegt darunter? Auf dem Pont-Canal de Briare, vom Meister der Metallkonstruktionen Gustave Eiffel erbaut, bieten sich spektakuläre Aussichten – doch nicht nur dort. Die Loire-Landschaft gilt zu Recht als eine der pittoreskesten Europas. Und die lässt sich am besten entdecken, wenn man sie in aller Ruhe genießt. 

  

Hausbooten haftet ja – für diejenigen, die sich noch wenig damit beschäftigt haben – etwas leicht Piefiges an, ähnlich dem Wohnwagen an der Anhängerkupplung. Zu Unrecht, wenn man sich erstmal umgesehen hat unter den Angeboten an luxuriös ausgestatteten Flussdampfern. Dann kann man schon Lust bekommen aufs Kapitän-Spielen, was übrigens bei den meisten Hausbooten für Jedermann und -Frau möglich ist, ohne spezielle Ausbildung oder Bootsführerschein. 

  

Und entspannter als in einem noch so schicken Wohnmobil, kann man kaum unterwegs sein. Auf der Straße ist man im Zweifel immer noch mit Massen von anderen im Stau gefangen, oder auf einem prall gefüllten Campingplatz. Während es auf Wasserstraßen noch deutlich mehr Platz gibt, auch in den Wasserfahrzeugen selbst, deren Maße (bis zu 4 m Breite!) ein gängiges Wohnmobil in jeder Hinsicht übertreffen können. Ums Tempolimit muss man sich ebenso wenig Gedanken machen: Die Hausboote tuckern (es gibt inzwischen auch solche mit E-Antrieb) mit besserer Schrittgeschwindigkeit auf den ruhig stehenden Gewässern los, was sich ungemein stressreduzierend auf die Passagiere auswirkt. 

  

Und dabei wären wir beim Komfort. Denn wenn man schon in einer der kulinarisch anspruchsvollsten Gegenden der Welt unterwegs ist, dann mit Stil. Und den kann ein gemütlich dahinziehendes und schön ausgestattetes Schiff allemal bieten. Es wird allerdings schwerfallen, die in der Regel gut bestückte Bordküche anzuwerfen, angesichts des verlockenden Angebots an Restaurants, Patisserien und Weingütern in den am Rand der Loire-Wasserwege liegenden Ortschaften. Diese und die zahlreichen Chateaus der Region lohnt sich unbedingt zu erkunden – am besten mit kleinen Ausflügen auf mitgemieteten oder mitgebrachten Fahrrädern. 

  

Ausführliche Tipps dazu gab es in der Falstaff Ausgabe Jul-Aug 2021, aus der wir nur eine kurze Passage zitieren wollen, weil sie den besonderen Charme einer Hausbootsreise in dieser einzigartigen Umgebung sehr schön beschreibt: „...das Boot tuckert gemächlich vorbei an Feldern, Wiesen und kleinen Dörfern, die aussehen, als seien sie aus der Zeit gefallen. Der Atem wird ruhig, die Seele weit… Zeit also für ein Glas Crémant.“ 

  

Dem sind nur noch ein paar Links hinzuzufügen, wo‘s die Flussdampfer zu mieten gibt: 

hausboot-nicols.de

locaboat.com/de 

www.nautic-tours.de 

Verteidigung gegen das schlechte Gewissen

 

Der Alltag kann ganz schön stressig sein. Es gibt Tage an denen sind 24 Stunden einfach nicht genug und irgendetwas kommt immer zu kurz. Die Arbeit, die Familie, Freunde, oder auch einfach nur man selbst. In diesen Situationen schleicht sich dann die kleine Stimme in den Kopf die sagt: „Das war aber nicht gut.“ „Das hättest du anders machen sollen.“ „Da hast du aber jemanden ganz schön enttäuscht.“ Man bekommt ein schlechtes Gewissen. 

  

Aber was ist das schlechte Gewissen eigentlich und wie entsteht es? 
In der Psychologie heißt das schlechte Gewissen „kognitive Dissonanz“ und entsteht, wenn es einen Unterschied zwischen unserer Selbstwahrnehmung oder unseren Erwartungen an uns selbst und der Realität gibt. Man erwartet von sich, eine Stütze für die Kollegen zu sein, hat aber diese Woche schon drei Aufgaben an sie weitergegeben. Das passt nicht zusammen und das Gehirn macht auf unangenehme Weise darauf aufmerksam. Man fühlt sich schlecht. 

  

Was tun gegen das schlechte Gewissen?   

  

Der beste Schutz gegen ein schlechtes Gewissen ist natürlich, es gar nicht erst entstehen zu lassen. Das ist leichter gesagt als getan. Fehler passieren nun mal. Was man aber vermeiden kann ist, dass das schlechte Gewissen entsteht, weil man nicht mehr genügend Zeit für einen bestimmten Lebensbereich wie zum Beispiel die Familie hat. Um zu bemerken, wann die Balance zwischen Arbeit, Familie, Hobbys, Freunden etc. aus dem Gleichgewicht gerät, hilft es, sich regelmäßig zu notieren, wie zufrieden man in den einzelnen Bereichen ist.  

So bemerkt man auch schnell, wenn ein Bereich gerade zu kurz kommt. Für diesen sollte man sich dann bewusst Zeit nehmen.  

  

Trotzdem gibt es natürlich Entscheidungen, die schwer fallen. Soll man die dringende Aufgabe noch an den Kollegen delegieren, um selbst pünktlich gehen zu können oder die Familie enttäuschen, die sich auf das versprochene gemeinsame Abendessen gefreut hat? Bei solchen Entscheidungen kann man in einer Entscheidungsmatrix das schlechte Gewissen gleich miteinbeziehen. Dazu notiert man in einer Tabelle die verschiedenen Handlungsoptionen:  

Die Aufgabe delegieren, sie selbst erledigen oder sie liegen lassen.  
In die Zeilen der Tabelle kommen die Lebensbereiche, auf die sich die Handlungsoptionen auswirken: 

Das Privatleben, die wirtschaftlichen Folgen, die Auswirkungen auf die Beziehung zu dem Kollegen und eben das schlechte Gewissen. 

Für jede Spalte-Zeile Kombination wird dann ein Wert von 1 „schlecht“ bis 3 „gut“ festgelegt. Wenn alle Werte eingetragen sind, werden sie pro Spalte addiert und die Handlungsoption mit dem höchsten Ergebnis wird gewählt. So kann man sich sicher sein, für den Moment die beste Entscheidung getroffen zu haben. 

  

Hat sich das schlechte Gewissen schon eingeschlichen, dann gilt: Angriff ist die beste Verteidigung. Menschen neigen dazu, negative Gefühle eher zu verdrängen. Das schlechte Gewissen wird dadurch aber meist noch stärker. Statt sich in eiserner Ignoranz zu versuchen, hilft es, sich kurz zurückzuziehen und sich mit den eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen. Zu verstehen, woher sie kommen, was sie in einem selbst auslösen und wie man dagegen vorgehen will. Hat man ein schlechtes Gewissen, weil man im Stress einen Kollegen sehr harsch angefahren hat? Dann reicht es oft schon, den Sachverhalt nochmal bei dem Kollegen anzusprechen und sich zu entschuldigen. Häufig wird man dabei erfahren, dass der andere den Vorfall sowieso schon vergessen hat und man sich umsonst Vorwürfe gemacht hat. 

Richtig atmen ist (k)eine Kunst

 

Obwohl bewusstes Aus- und Einatmen eine der wirksamsten Methoden ist, um sich zu entspannen, atmet man oft falsch, ohne es zu wissen. Insbesondere bei Überforderung oder Stress ist der Atem kürzer und flacher. Dabei ist das Atmen ist die einzige Vitalfunktion unseres Körpers, die man ganz bewusst steuern kann, vorausgesetzt man weiß wie.  

 

Aber nicht nur bei Prüfungs- oder in Stresssituationen fällt es schwer, richtig zu atmen, auch im Alltag hat man meist verlernt, sein ganzes Lungenvolumen zu nutzen. Atmet man nur durch den Mund und nur in Brust und Schulter, so wird auch nur der obere Teil der Lunge mit Sauerstoff versorgt. Der Atem bleibt flach und oberflächlich. Das kann zu Kopfschmerzen führen und man fühlt sich ohne Energie, einfach nur, weil der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt ist. Durch zu enge Kleidung und angestrengtes Sitzen vor dem PC wird das Atmen weiter erschwert, sodass sich auch noch die Verdauungsorgane verspannen und das Immunsystem angegriffen werden kann.  

 

Deshalb ist richtiges Atmen so wichtig und man kann es sogar schon von Babys lernen, die instinktiv tief in den Bauch atmen. Bei der Bauchatmung wird das gesamte Lungenvolumen genutzt und das ist auch die Atemtechnik, mit der man am meisten Sauerstoff aufnimmt. Doch so atmet man oft nur noch, wenn es der Körper aktiv verlangt, also bei Atemnot oder wenn man sich körperlich anstrengt.  

 

Die gute Nachricht: Richtiges Atmen kann man lernen und dabei ist weniger mehr! Schnelles und zu vieles Atmen führt dazu, dass man zu viel Sauerstoff im Körper hat, der nicht verbraucht wird, was sich wiederum negativ auf die Sauerstoffversorgung in den Zellen auswirkt. Deshalb ist es laut US-Journalist James Nestor, Bestsellerautor von „Breath - Atem: Neues Wissen über die vergessene Kunst des Atmens“, so wichtig, dass man weniger oft einatmet und weniger Luftvolumen ausatmet, aber das ist Übungssache. 

 

Die Anleitung für richtiges Atmen ist leider noch nicht im Allgemeinwissen angekommen. Sie wird von speziellen Atemtherapeuten oder Meditations-/Yogalehrern vermittelt. Doch oft sind es schon einfachste Techniken, mit denen man selbst eine positive und entspannende Wirkung im Alltag erzielen kann. Hierzu zählt z. B. die „4711-Atmung“ nach Thomas Loew, durch die der Atemrhythmus auf Schlafmodus reduziert wird: Man atmet vier Sekunden ein, sieben Sekunden aus und das für elf Minuten. Wird diese Übung zweimal täglich bewusst durchgeführt, fühlt man sich schon nach kurzer Zeit spürbar wohler und ausgeglichener.  

 

Auch bereits alte Kulturen und Religionen wussten um die Kunst des richtigen Atmens. Deshalb findet man bereits im Yoga Atem-Übungen, die sich positiv und regenerierend auf das Immunsystem auswirken und die sich problemlos in den Alltag integrieren lassen. Eine der einfachsten Atem-Techniken für den gelungenen Start in den Tag oder zur Entspannung am Abend ist das sogenannte „Box Breathing“, auch Vier-Quadrat Atmung genannt. Hier wird das Atmen in vier Phasen eingeteilt: Man atmet tief durch die Nase ein und spürt, wie sich der Brustkorb langsam füllt. Dann hält man die Luft an, zählt bis vier und lässt dann die Luft durch den Mund langsam und ganz wieder ausströmen. Anschließend zählt man erneut bis vier, bevor man wieder tief einatmet und den Vorgang wiederholt.  

 

Wenn man es weiß, ist es ganz einfach. Mit simplen tägliche Atem-Routinen im Alltag kann man gut für sich sorgen und sich sofortige Besserung und Entschleunigung schaffen. Wenige Minuten täglich für mehr Lebensqualität!  

 

Mehr zum Thema Entschleunigung finden Sie auch auf unserer Website …   

Wundermittel Musik

Querflöte

 

Es beruhigt, macht glücklich, hält jung, hilft bei Demenz, Parkinson und Schlaganfällen. Noch dazu ist es völlig frei von Chemikalien und Nebenwirkungen und für Säuglinge genauso gut verträglich wie für 100-jährige. Klingt nach einem absoluten Wundermittel aus dem Märchen? Mag sein, aber dieses Wundermittel existiert tatsächlich. Es nennt sich: Musik. 

  

Musik begleitet uns von klein auf. Schon im Mutterleib können Babys Musik, die man ihnen vorspielt, wahrnehmen. Hören sie diese Musik dann nach der Geburt, hat das eine vertraute und beruhigende Wirkung. Es lohnt sich deshalb, dem Kind schon vor der Geburt das spätere Gutenachtlied vorzusingen oder die Spieluhr abzuspielen.  

  

So wie es Basisemotionen gibt, die bei allen Menschen gleich aussehen und die jeder erkennen kann, gibt es auch Basis-Musikrichtungen. Auch Menschen aus anderen Kulturkreisen oder sogar Menschen die noch nie „moderne“ Musik gehört haben, können unterscheiden ob eine Melodie zum Beispiel traurig, fröhlich oder unheimlich ist.  

Die Emotionen in der Musik beeinflussen auch unsere Emotionen. Wer in eine fröhliche Stimmung kommen möchte sollte deshalb eher fröhliche Musik hören, denn die hebt die Stimmung.  

  

Musik als Heilmittel 

  

Die positiven Effekte von Musik beschränken sich aber nicht nur auf unsere Stimmung. Auch die Auswirkungen von Musik auf den Körper sind kaum zu unterschätzen.  

Musik wird deshalb auch in der Medizin eingesetzt. So wird sie beispielsweise vor Operationen eingesetzt, um Patienten zu beruhigen. Laut einer Studie aus Kanada wirkt das sogar besser als Medikamente. 

Auch bei Patienten mit Demenz oder Parkinson oder Menschen, die sich von Schlaganfällen erholen, wird Musiktherapie eingesetzt. Mit ihrer Hilfe kann die Erinnerung stimuliert werden, Bewegungen werden leichter und auch Sprechen kann über Gesang neu erlernt werden. Die positiven Emotionen, die Musik auslöst, unterstützen dabei zusätzlich das Immunsystem. 

  

Musik machen lohnt sich 

  

Und das sind nur die Effekte, die sich beim passiven Hören von Musik einstellen. 

Beim aktiven Musizieren wird im Körper das Glückshormon Dopamin ausgeschüttet. Das hält das Gehirn jung. Deshalb sind die Gehirne von Musikern auch nachweislich jünger als die, von Nicht-Musikern, sagt Professor Stefan Kölsch von der Universität Bergen, der zu biologischer-, klinischer- und Musikpsychologie forscht. 

  

Musizieren macht auch kooperativer. Kinder, die zum Beispiel ein Instrument spielen, sind hilfsbereiter und arbeiten eher mit anderen zusammen als Gleichaltrige, die nicht musizieren. Und wer Musik macht ist selten einsam, denn in Chören, Bands oder Orchestern findet man schnell Anschluss.  

  

Wer also für die Zeit nach Corona noch auf der Suche nach einem neuen Hobby in der Gruppe ist, sollte sich ruhig mal an ein Instrument oder ans Singen heranwagen. Es kann nur Gutes bewirken. Teilweise hilft auch das Mitsingen im Auto oder unter der Dusche, um einfach besser drauf zu sein. 

Feedback schenken

Pizza und Wein

Feedback ist enorm wichtig. Dem würde wohl kaum jemand widersprechen. Trotzdem oder vielleicht auch gerade deshalb tun sich viele schwer damit. Positive Kritik gibt man gerne, schließlich kommt die ja auch gut bei Kollegen, Mitarbeitern und Vorgesetzten an. Aber wenn es darum geht, negative Kritik zu üben, sieht die Sache anders aus. Wann soll ich wie was sagen? Diese Fragen verunsichern und sorgen dafür, dass man das Feedbackgespräch oft vor sich herschiebt, die Aufgabe doch lieber selbst übernimmt oder die Kaffeeküche mal wieder ungeputzt bleibt. Was also tun? 

 

Das Wichtigste zuerst 

 

Feedback ist ein Geschenk. Besonders negatives Feedback. Es bietet die Möglichkeit, das eigene Verhalten zu reflektieren, die eigene Wahrnehmung mit der Fremdwahrnehmung zu vergleichen und – wenn man sich dafür entscheidet, die Kritik als berechtigt anzunehmen – das eigene Verhalten zu verändern.  
Diese Entscheidungsmöglichkeit, Kritik anzunehmen oder eben nicht, hat man übrigens. Das wird oft vergessen. Man möchte sich Feedback vielleicht gar nicht erst anhören, weil man das eigene Verhalten richtig fand oder einfach keine Lust hat, etwas daran zu ändern. Anhören sollte man sich Feedback aber immer. Annehmen sollte man es nur dann, wenn man es als gerechtfertigt betrachtet. 

 

Beim Feedback-Geschenk ist es wie bei jedem Geschenk, eine hübsche Verpackung ist schon der halbe Wert. Ein schön verpacktes Geschenk wird auch eher angenommen und geöffnet als eines, das nur so hingeworfen wird. Feedbackmethoden sind in dieser Metapher die Verpackungs-Anleitungen, die bei der Auswahl des Geschenkpapiers und beim Binden der Schleife helfen. Genauso wie es verschiedene Geschenkverpackungen gibt, gibt es auch viele verschiedene Feedbackmethoden. 

 

Zwei unserer Favoriten für den achtsamen Umgang miteinander: 

  • Für ein kurzes Feedback im Arbeitsalltag eignet sich die die STAR-Methode. Hier beschreibt man knapp die Situation, die Aktion der Person und welche Reaktion diese in einem selbst ausgelöst hat. Gerade für positives Feedback ist diese Methode perfekt geeignet. Bei negativem Feedback fällt sie dagegen oft etwas zu knapp aus und bietet auch keinen Zukunftsausblick in dem Ziele oder Erwartungen geäußert werden können.

 

  • Eine Methode die sich dagegen gut für negative Kritik, beispielsweise im Rahmen eines Mitarbeitergesprächs, eignet, ist die 3W-Methode. Die drei Ws stehen für Wahrnehmung, Wirkung und Wunsch. Zu Beginn des Gesprächs teilt man dem Gesprächspartner mit, wie man dessen verhalten wahrnimmt. So können Verhaltensintention und Wahrnehmung verglichen und Missverständnisse vermieden werden. Im zweiten Schritt werden die Auswirkungen des kritisierten Verhaltens besprochen und im dritten Schritt ein Wunsch für das zukünftige - im besten Fall geänderte - Verhalten geäußert. Im Mitarbeitergespräch können an dieser Stelle auch Ziele für die Zukunft vereinbart werden. Bei dieser Methode ist es ebenso wichtig, Ich-Botschaften zu senden, damit sich der Gesprächspartner nicht angegriffen fühlt.  

 

Und dann? 

 

Feedback – gerade negatives – ist wichtig, aber kaum einer hört es gerne. Es nagt an unserem Selbstbewusstsein und widerspricht vielleicht auch unserem Selbstempfinden als kompetenter, intelligenter, freundlicher Mensch. Feedback mag ein Geschenk sein aber auch die schönste Verpackung kann nicht verhindern, dass man an der geäußerten Kritik eine Weile zu kauen hat. Am besten lässt man jemandem nach einem schlechten Feedback also etwas Zeit, sich damit auseinanderzusetzten und zu entscheiden, wie er damit umgehen möchte. Dann steigt auch die Chance, dass sich das Verhalten in Zukunft tatsächlich ändert. 

 

Einzel- und Teamcoachings bieten wir Unternehmen als Standard-Entwicklungs-Modul an.  

Anfragen an: team@mindful-business-life.de 

Pimp your Pizza

Pizza und Wein

In der Zeitschrift Vinum schrieb vor einigen Wochen der Autor Falk Schlüter zum Thema „Foodpairing“ über „Das Beste zu: Pizza Margherita“. Wobei er von Produkten vom Homeservice, der Pizzeria an der Ecke oder aus dem Tiefkühler sprach, zu denen er die passenden Weinempfehlungen gab. Nun muss es ja nicht gerade immer der Edel-Italiener sein, bei dem die Pizza Margherita (falls es die überhaupt dort geben sollte) sicher von anderer Qualität sein dürfte, als die aus den vom Autor beschriebenen Quellen. Nur, ob sich dieser bei der Auswahl der empfohlenen Weine zu den Einfach-Pizzen nicht etwas verstiegen hat? 

  

Das Ziel ist ja, den passenden Wein zu Gerichten zu finden, die mit Ingredienzen wie stark säurehaltigen Tomaten harmonieren, wie sie auf Pizzen schon mal mehr oder weniger dominant vorkommen können. Da ist ein Pinot Gris mit „moderatem Alkohol und perfekt integrierter Säure“, oder auch rote Rebsorten wie eine „Cuvée aus Grenache, Syrah und Mourvédre“ sicher nicht verkehrt, der „beeindruckt mit Konzentration und Frucht“, wie der Autor schwärmte – und die bereits um die 15 Euro kosten. 

  

Wie viel wird in Deutschland im Handel für eine Flasche Wein bezahlt? 

  

Nur am Rande: Eine knappe Mehrheit (54 Prozent, Statista 2022) der Deutschen gab an, dass sie 5 bis zehn 10 Euro für eine Flasche Wein ausgeben würden. Bei 10 bis 15 Euro sind nur noch 11,74 Prozent dabei, und mehr als 15 Euro pro Flasche würden nur noch 8,97 Prozent der Befragten zahlen. Zur Einordnung dieser Zahlen: Der durchschnittliche Preis für eine Flasche Wein, die in Deutschland im Jahr 2021 über die Ladentheke ging, war 3,64 Euro! (WELT, 06/21) 

  

Angesichts dessen mutet seine Weinempfehlung, wie unter anderem der Elsässer „Sylvaner et Pinot Gris – Sous Volle, Zellberg 1998“ für stolze 48 Euro, schon ein wenig protzig an? Man kann natürlich eine Tiefkühl-Einfach-Pizza schon „aufwerten“, indem man sie mit einem  

teuren Wein kombiniert. Aber ob es dann gleich ein „overkill“ sein muss zum x-fachen Preis eines beschichteten Teigfladens mit eher schlichter Qualität, um diesen genießbar zu machen? Fühlt sich dann doch eher ein bisschen so an wie Flip-Flops zum Zweireiher? 

  

Es könnte ja vielleicht ein neuer Trend zur Veredelung einfacher Mahlzeiten werden: „Pimp your Pizza“ mit Edelweinen. Zumal man einen edlen Tropfen jederzeit zu Hause lagern und immer griffbereit zur Hand haben kann - auch wenn es dann bei der dazu passenden Mahlzeit nur zum Griff ins Tiefkühlfach reicht. 

 

Doch Spaß beiseite, natürlich ist es nie verkehrt, sich um die passende Getränke-Begleitung von Gerichten Gedanken zu machen. Zum Finden der idealen Wein-Kombination zu Gerichten ist diese „Food Pairing Tabelle“ durchaus zu gebrauchen.

Die Kunst einfach mal NEIN zu sagen - Schritte in ein gesundes Selbstmanagement

Mutig führen

Schon wieder vorschnell JA gesagt, obwohl der Schreibtisch und die To Do Liste übervoll sind und ein NEIN viel angebrachter gewesen wäre? Wieso fällt es oft so schwer, statt noch mehr Stress oder Überforderung in Kauf zu nehmen einfach ein klares NEIN zu äußern?  

 

Interessant ist, dass sowohl Frauen als auch Männer von diesem „Phänomen“ betroffen sind und es weit über die Grenzen des Arbeitsplatzes hinausgeht. Vor allem auch im Privatleben kann ständiges JA sagen auslaugen und Menschen an den Rand ihrer Belastungsgrenze bringen. Der Grund ist häufig, dass man niemandem einen Gefallen abschlagen möchte oder man Angst hat, sich unbeliebt zu machen. Manchmal überschätzt man sich auch und möchte sich selbst beweisen, dass man belastbar ist und auch das noch schafft. Aber wer immer und zu allem selbstlos JA sagt, wird irgendwann an seine Grenzen kommen und schlimmstenfalls in einer Depression oder sogar Burnout enden.  

 

Aber das muss nicht zwingend der Fall sein. Man kann durchaus lernen, Bitten und vermeintliche Ansprüche von Kollegen, Partner, Familie und Freunden gut abzuwägen oder abzulehnen, ohne gleich ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.  

 

Hilfreich ist es dabei, nicht gleich spontan zu reagieren, sondern immer erst mal innezuhalten, durchzuatmen und kurz darüber nachzudenken. Das ist durchaus legitim. Auch hilft es, sich klarzumachen, welche Gründe einen dazu veranlassen, immer gleich JA zu sagen, und welchen Preis man dafür bezahlt. Eine weitere wichtige Erkenntnis ist, dass man sich für ein NEIN nicht entschuldigen muss, insbesondere dann nicht, wenn es sachlich und begründet ist und entsprechend angebracht wird. Wenn das NEIN sagen besonders schwerfällt, kann man auch erst mal mit einer Alternativlösung oder Kompromiss starten.  

 

Sehr wahrscheinlich wird man nicht gleich der perfekte NEIN-Sager, aber diese Überlegungen helfen dabei, sich langsam aus dem Griff dieser oft aussichtslos erscheinenden Situation zu befreien. Man kann sich darin üben und es als eine persönliche Herausforderung sehen, sich jeden Tag ein wenig besser abzugrenzen. Zuerst mag es einen verletzen, wenn man wegen eines NEINS Ablehnung oder Unverständnis erfährt, aber auf Dauer lernt man, es immer besser auszuhalten und daran zu wachsen. Wenn man erkennt, dass es einem guttut, Grenzen zu setzen, wird man dies mit viel Freude immer öfter tun. Das ist der erste Schritt in ein erfolgreiches Selbstmanagement.  

 

Erstaunt stellt man dann fest, dass ein NEIN auch Respekt und Anerkennung im Außen erzeugen kann. Man achtet mehr auf seine Bedürfnisse und hat mehr Zeit für eigene, wirklich wichtige Dinge, ist besser vor Stress und Überlastung geschützt. Auch lässt man sich nicht mehr so schnell ausnutzen. Diese positiven Veränderungen im Außen führen zu einer Veränderung im Innern: die Selbstachtung steigt, man wird selbstsicherer und zufriedener, ganz einfach deshalb, weil man endlich das sagt und tut, was man auch meint und man sich selbst beweist, dass man sich ernst nimmt und fähig ist, sich durchzusetzen.  

 

Mehr zum Thema Selbstmanagement finden Sie auf unserer Website im Blog und unter dem Menüpunkt "Angebote".

Mutig führen

Mutig führen

Mutig führen

Die Welt dreht sich immer schneller. Die Globalisierung ist längst da, die Digitalisierung schreitet voran und mit ihr entwickeln sich immer neue Freiheiten – aber auch immer neue Handlungsoptionen, die sorgfältig bedacht werden müssen. Soll diese Strategie verfolgt werden oder doch eine andere? Soll ich die Mitarbeiter zum mobilen Arbeiten schicken oder doch darauf bestehen, dass sie ins Büro kommen? Welche Weiterbildungsmaßnahme ist die richtige? Bei dieser Fülle an Möglichkeiten ist es schwierig, nicht den Überblick zu verlieren. Führungskräfte sind davon ganz besonders betroffen, weil sie nicht nur für sich selbst, sondern auch noch für andere mitentscheiden. Wie also bleiben sie trotzdem handlungsfähig? Ganz einfach, sie sind mutig.  

Was heißt mutig sein?

Mut ist immer dann gefragt, wenn eine Situation überfordernd oder angsteinflößend ist, kurz, wenn man aus der Komfortzone raus muss. Das bedeutet auch: Mut ist subjektiv. Was den einen Überwindung kostet, ist für den anderen vielleicht kein Problem und auch wenn man sich bei einer Entscheidung unsicher ist, können andere diese als mutig empfinden. Um herauszufinden, ob man mutig führt, empfiehlt es sich deshalb, hin und wieder den Blickwinkel zu wechseln und das eigene Verhalten aus einer anderen Perspektive zu betrachten.  

Mutige Führung beziehungsweise mutige Führungspersönlichkeiten zeichnen sich dabei durch einige besondere Fähigkeiten und Verhaltensweisen aus:

 

  • Vertrauen haben 

Mut beginnt im Kopf. Wer mutig sein will muss auf die eigenen Fähigkeiten und die eigene Intuition zu vertrauen. Mutig zu Führen bedeutet, dieses Vertrauen auch auf die eigenen Mitarbeiter auszuweiten. Zu häufig werden wichtige Aufgaben nicht delegiert oder Mitarbeitern das Homeoffice verweigert, weil sie dort nicht kontrolliert werden können. Kontrolle aufzugeben, fällt - verständlicherweise - oft schwer. Gerade hier ist aber der Mut gefragt, loszulassen und Verantwortung abzugeben in dem Vertrauen darauf, dass auch andere gute Arbeit leisten können und wollen.

 

  • Entscheidungen treffen 

Entscheidungen zu treffen, bedeutet häufig, Fehler machen. Die Angst vor Fehlern und ihren Konsequenzen ist überall groß. Was, wenn man den Chef verärgert, die Missgunst der Kollegen auf sich zieht oder die Firma viel Geld kostet? Diese Angst kann paralysierend wirken. Mutig zu führen bedeutet, aus der Schockstarre herauszukommen und sich selbst zu erlauben, auch mal etwas falsch zu machen. Viel schlimmer ist es nämlich, gar keine Entscheidungen zu treffen. Dabei kann es auch nicht schaden, hin und wieder die eigenen Kompetenzen zu überschreiten und einfach zu machen, statt sich vorher stundenlang zu fragen: „Darf ich das?“. 

  

Eine Entscheidung, bei der oft besonders viel Mut gefragt ist, ist die, „nein“ zu sagen. Jeder möchte gerne von den Kollegen gemocht werden, da kann es schwerfallen, eine Bitte um Unterstützung auszuschlagen. Wenn man aber der eigenen Arbeit kaum hinterherkommt, ist es wichtig, die eigenen Grenzen zu kennen und sie ganz bewusst aufzuzeigen.

 

  • Authentisch sein 

Authentisch zu sein heißt, sein Handeln an den eigenen Werten ausrichten. Ist man unzufrieden damit, wie die Dinge im Moment verlaufen, hilft es nichts, die Situation einfach zähneknirschend hinzunehmen. Mutig ist es, die eigene Meinung offen auszusprechen und die Fakten auf den Tisch legen. Innovation kann nur da entstehen, wo auch kritische Ansichten gehört werden. 

Wer sein Handeln an den eigenen Werten ausrichtet verhindert außerdem, als inkonsequent wahrgenommen zu werden, denn auch wenn sich die Meinung zu einem Thema, einer Geschäftsstrategie oder einer Person verändert, bleiben die dahinterliegenden Werte die gleichen.

 

  • Braucht es immer Mut?

Mutig zu Führen bedeutet also, Vertrauen in sich selbst und seine Mitarbeiter zu haben, authentisch zu sein, Entscheidungen zu treffen und die eigenen Grenzen bewusst aufzuzeigen.  

Es braucht aber nicht immer Mut, um mutig zu führen. Mut ist, wie bereits beschrieben subjektiv. Wer viel Freiheit hat, seiner Intuition zu folgen, der braucht dafür keine Überwindung. Wer am Arbeitsplatz so akzeptiert wird, wie er ist, muss keinen Mut aufbringen, um authentisch zu sein und wer gerne Entscheidungen trifft und keine Angst vor Fehlern hat, muss beim Entscheiden nicht aus seiner Komfortzone heraus.  

Das wunderbare an der Komfortzone ist, dass sie sich mit jedem Mal, bei dem man sie überschreitet, vergrößert. Je öfter man also heute Mut aufbringt und die eigene Angst überwindet, desto seltener muss man es morgen tun. 

 

Mutig Entscheidungen treffen lernen Führungskräfte in unseren Einzel-Coachings, denn Individualität ist Trumpf: team@karinbacher-consultants.de 

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