Wenn schlechte Stimmung ansteckend wird

Jeder Mensch hat ein­mal einen schlech­ten Tag. Das ist nor­mal und ver­dient Ver­ständ­nis, auch wenn das Aus­le­ben schlech­ter Laune nicht ge­ra­de hilf­reich spe­zi­ell, am Ar­beits­platz ist. Wenn je­doch ein­zel­ne Mit­ar­bei­ten­de dau­er­haft ne­ga­ti­ve Stim­mung ver­brei­ten, kann dies die Zu­sam­men­ar­beit, Mo­ti­va­ti­on und Leis­tungs­fä­hig­keit eines ge­sam­ten Teams be­ein­träch­ti­gen. Füh­rungs­kräf­te soll­ten des­halb auf­merk­sam hin­schau­en – nicht wer­tend, son­dern in­ter­es­siert.

Hin­ter wie­der­keh­ren­dem Kla­gen kön­nen un­ter­schied­li­che Ur­sa­chen ste­hen: per­sön­li­che Be­las­tun­gen, Über­for­de­rung, feh­len­de An­er­ken­nung, Un­zu­frie­den­heit mit Auf­ga­ben oder schlicht die Ge­wohn­heit, den Blick vor allem auf Pro­ble­me zu rich­ten. Bevor vor­schnell re­agiert wird, gilt es daher, die Hin­ter­grün­de in einem ver­trau­li­chen Vier­au­gen­ge­spräch zu ver­ste­hen.

Nicht ignorieren, sondern das Gespräch suchen

Eine hilf­rei­che Ge­sprächs­er­öff­nung kann sein: „Mir fällt auf, dass Sie in letz­ter Zeit häu­fig un­zu­frie­den wir­ken. Wie geht es Ihnen ak­tu­ell?“ Oft ent­steht be­reits durch ech­tes In­ter­es­se die Grund­la­ge für eine kon­struk­ti­ve Lö­sung. Zeigt sich, dass die Ur­sa­che im Ar­beits­um­feld liegt, soll­ten Füh­rungs­kräf­te ge­mein­sam mit den Be­trof­fe­nen nach Lö­sun­gen su­chen und Ver­ant­wort­lich­kei­ten klä­ren. Dabei ist es wich­tig, Pro­ble­me nicht nur an­zu­hö­ren, son­dern Mit­ar­bei­ten­de aktiv an der Lö­sungs­fin­dung zu be­tei­li­gen. Wer mit­ge­stal­tet, über­nimmt Ver­ant­wor­tung und ge­winnt wie­der Hand­lungs­spiel­raum.

Kla­gen meh­re­re Mit­ar­bei­ten­de un­ab­hän­gig von­ein­an­der über die­sel­ben The­men, ist dies häu­fig ein Hin­weis auf struk­tu­rel­le Pro­ble­me. Dann soll­te die Füh­rungs­kraft die An­lie­gen ernst neh­men, Prio­ri­tä­ten set­zen und Fort­schrit­te trans­pa­rent kom­mu­ni­zie­ren. Sicht­ba­re Ver­bes­se­run­gen stär­ken Ver­trau­en und Mo­ti­va­ti­on.

Wenn Pri­va­tes die Laune im Team be­ein­flusst

Aus­ein­an­der­set­zun­gen – zu­wei­len nicht immer sach­li­che son­dern auch emo­tio­na­le – mit Zu­stän­den und Er­eig­nis­sen am Ar­beits­platz sind nor­mal und sind Teil einer Team­dy­na­mik.
Geht es hin­ge­gen um pri­va­te Be­las­tun­gen, wel­che die Stim­mung ein­zel­ner Mit­ar­bei­ten­den oder gan­zer Teams be­las­ten, braucht es be­son­de­res Fin­ger­spit­zen­ge­fühl. Da soll­ten Füh­rungs­kräf­te vor allem re­spekt­voll zu­hö­ren, ohne die Rolle eines The­ra­peu­ten über­neh­men zu wol­len. Un­ter­stüt­zung kann darin be­stehen, Ver­ständ­nis zu zei­gen und auf pas­sen­de in­ter­ne oder ex­ter­ne Hilfs­an­ge­bo­te hin­zu­wei­sen oder aktiv an­zu­bie­ten.

Die wich­tigs­te Auf­ga­be von Füh­rung bleibt dabei, eine Kul­tur zu för­dern, in der Pro­ble­me offen an­ge­spro­chen wer­den dür­fen, ohne dass dau­er­haf­tes Jam­mern zum Nor­mal­zu­stand wird. Ver­ständ­nis und Klar­heit ge­hö­ren zu­sam­men. Wer bei­des ver­bin­det, schafft ein Ar­beits­um­feld, in dem Her­aus­for­de­run­gen ge­mein­sam ge­löst wer­den und Zu­ver­sicht an­ste­cken­der wird als schlech­te Stim­mung.

 

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