Holunder als Heilpflanze: Wirkung, Anwendung und Genuss

Für mich ist der Duft der Holunderblüten der Inbegriff von Sommer. Wenn sich im Juni die weißen Dolden öffnen, liegt dieser süß-blumige Duft in der Luft – und für mich beginnt eine ganz besondere Zeit.

Bis in den Spätsommer hinein entwickeln sich daraus die dunklen Holunderbeeren. Ich liebe ihren herb-süßen Geschmack, vor allem in Form von Gelee oder Saft. Und natürlich darf im Sommer Holunderblütensirup als Zutat für den beliebten Hugo nicht fehlen.

Holunder – beliebt bei Mensch und Tier

Nicht nur wir Menschen lieben Holunder. Auch heimische Vögel wie Amseln, Drosseln, Stare oder Mönchsgrasmücken bedienen sich gerne daran.

Letztes Jahr war der Baum im Nachbargarten innerhalb von zwei Stunden komplett leergefressen, sodass leider nichts mehr für mein Gelee übrig war.

Holunder als Heilpflanze

Was viele nicht wissen: Holunder ist weit mehr als nur eine Zutat für Getränke und Süßes. Die Pflanze hat eine lange Tradition als Heilmittel.

Holunder enthält:

  • viele Vitamine
  • ätherische Öle
  • Fruchtsäuren
  • sekundäre Pflanzenstoffe

Diese Kombination macht ihn zu einem bewährten Hausmittel. Holunder wird traditionell zur Unterstützung bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt:

  • Erkältungen
  • Fieber
  • Nieren- und Blasenbeschwerden
  • zur Stärkung von Herz und Kreislauf

Zudem gilt Holunder als Antioxidans und kann unsere Zellen schützen.

In meiner Hausapotheke ist er deshalb ein fester Bestandteil. Bei Erkältungen trinken wir Holundertee oder warmen Holundersaft, der sich als wohltuend und bewährt erwiesen hat. Es gibt sogar Studien, die die begleitende Einnahme von Holunder bei Grippe empfehlen.

Wer keinen Holunderstrauch in der Nähe hat, kann Blüten (Flores Sambuci) oder Saft auch in der Apotheke oder Drogerie kaufen.

Wichtig: Holunderbeeren sind roh giftig und dürfen nur gekocht verzehrt werden.

Rezept: Holunderblütensirup

Wenn die Blüten in voller Pracht stehen, ist genau der richtige Zeitpunkt für dieses klassische Sommerrezept.

Zutaten

  • 15–20 frische Holunderblütendolden
  • 1 Liter Wasser
  • 1 kg Zucker (am besten Rohrohrzucker)
  • 2 Bio-Zitronen (in Scheiben)
  • 1–2 EL Zitronensäure

Zubereitung

  1. Holunderblüten vorsichtig ausschütteln (nicht waschen, damit das Aroma erhalten bleibt).
  2. Wasser mit Zucker aufkochen, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat.
  3. Zitronenscheiben und Zitronensäure hinzufügen.
  4. Die Holunderblüten in den warmen (nicht kochenden) Sud geben.
  5. Alles abgedeckt 24–48 Stunden ziehen lassen.
  6. Durch ein feines Sieb oder Tuch abseihen.
  7. Noch einmal kurz aufkochen und heiß in saubere Flaschen füllen.

Unser Tipp: Mit Mineralwasser aufgegossen ergibt der Sirup eine erfrischende Sommerlimonade oder die Basis für einen klassischen Hugo.

Gut verschlossen und kühl gelagert hält sich der Holunderblütensirup etwa 6 bis 12 Monate. Nach dem Öffnen bewahre ich ihn im Kühlschrank auf und verbrauche ihn innerhalb von 2 bis 4 Wochen.

Wichtig ist, sauber zu arbeiten und den Sirup heiß in sterilisierte Flaschen zu füllen. So bleibt er lange haltbar.

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