Stress lass‘ nach

Zu den häufigsten Stressursachen für Erwachsene zählen sicher Belastungen aus der Arbeitswelt, bedingt durch Zeitdruck und dem Zwang zu ständiger Erreichbarkeit, bis hin zu Unsicherheiten durch drohenden Verlust des Arbeitsplatzes.

Erste Anzeichen für aufkommenden Stress sind Reaktionen wie Konzentrationsprobleme, Multitasking-Zwang, zunehmende Ungeduld und Gereiztheit. Die Folge sind häufig Schlafprobleme, die sich noch verstärkend auf die Anfangs-Symptome auswirken. Wer solche körperlichen Wahrnehmungen und deutliche Warnsignale einfach wegdrückt, riskiert bleibende Gesundheitsprobleme, bis hin zu Autoimmunerkrankungen.

Was im Körper bei Stress passiert

Denn Stress aktiviert dauerhaft das köpereigene „Alarm-System“, den Sympathikus, der Herz- und Atemfrequenz, Blutdruck und Durchblutung der Muskeln regelt, während er gleichzeitig Verdauung und Energieaufbau hemmt. Diese Reaktion des Sympathikus ruft einen anderen wichtigen Mitspieler im Stressgeschehen auf den Plan, das Cortisol, sozusagen das „Langzeit-Stresshormon“.

Vor allem, wenn der Sympathikus ständig aktiv bleibt und in der Folge der Cortisolspiegel chronisch erhöht ist, drohen dauerhafte Einschränkungen wie Erschöpfung, Bluthochdruck, Stoffwechselstörungen und ein allgemein geschwächtes Immunsystem.

Wie misst man Stress?

Der Cortisolspiegel lässt sich zum Beispiel über den Urin messen, was einer 24-Stunden-Messung entspricht. Oder auch mit einem Speicheltest, der mehrfach am Tag ausgeführt ein Tagesprofil ergibt, was genauere Resultate liefert als Einzelwerte.

Den Cortisolspiegel kann man jedoch nicht direkt senken, das funktioniert nur über die Regulierung der Stressfaktoren. Dabei ist Cortisol nicht grundsätzlich schlecht, denn es hemmt Entzündungen, stabilisiert den Blutdruck und hält uns wach und aufmerksam. Als stärkster Cortisol-Regulator gilt der Schlaf, denn vor allem chronischer Schlafmangel hält den Cortisolspiegel dauerhaft zu hoch.

Als ausreichender Schlaf gilt wenigstens sieben bis acht Stunden, genauso wichtig sind jedoch auch regelmäßige Schlafzeiten und Einschlafrituale wie Atem- und Entspannungsübungen. Dazu zählen auf keinen Fall die Handy- oder andere mehr oder weniger aufregende Mediennutzung (außer Lesen), was in der Stunde vor dem Schlafengehen besser zu lassen ist. Und ja, auch kleine Mikropausen über den Tag tragen dazu bei, Anspannungen zwischendrin zu senken und herunterzukommen – wozu ebenfalls handyfreie Zeiten gehören können.

Stressreaktionen können trainiert werden

An welchen ersten Anzeichen erkennt man entstehenden Stress, und an welchen, auch körperlichen Symptomen wird Stress erlebbar? Wie ist am besten bei solchen Anzeichen zu reagieren, oder wie ist negativer Stress am besten zu bewältigen, wenn man die Stress-Ursache nicht abstellen kann? Darüber hat Eva Peters, Expertin für psychosomatische Erkrankungen und Professorin für Psychoneuroimmunologie an der Berliner Charité ein Buch geschrieben.

Sie schreibt aus der Erfahrung ihrer täglichen Arbeit, die gleich drei Medizingebiete umfasst: Als Fachärztin der Dermatologie, in der die Immunantwort eine zentrale Rolle spielt; die Psychosomatik (ebenfalls als Fachärztin) – ein Fach, das die enge Verbindung zwischen psychischen Belastungen und Krankheiten in den Mittelpunkt stellt. Und aus der Sicht der Psychoneuroimmunologie – ein ganz junges Fach, das die Wege erforscht, über die Stress krank machen kann.

Weitere Informationen zum Buch „Stress verstehen“ von Eva Peters. 

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